Rück- und Ausblicke

Sonntag 11. September 2016 Tag des offenen Denkmals

Am Sonntag, den 11. September fand unter dem Motto „Denkmale gemeinsam erhalten“ der bundesweite Tag des offenen Denkmals statt. Evangelische Kirchengemeinde Sinn, der Filmclub Athenia Sinn, die Wanderfreunde Sinn, der Förderverein der freiwilligen Feuerwehr Sinn und die Fachgruppe Heimat,- Kultur – und Denkmalpflege im Förderkreis Sinn hatten dazu eine Projektgruppe gebildet.



Nette Bewirtung und Rundgang durch das Gebäude - Ensemble
Ab 13.30 Uhr wurden die Besucher und Gäste in einem Café und Biergarten im Hof des Haus der Vereine empfangen. Die Wanderfreunde servierten Kaffee, knusprige Waffeln und erfrischende Getränke.






Um 14.00 Uhr und um 16.30 Uhr startete Pfarrer Kohlbacher eine Führung auf dem Rundgang durch die Alte Kapelle, die Evangelische Kirche, über den Alten Friedhof bis zum Haus der Vereine. Die Gäste konnten aus erster Hand die Baugeschichte des Ensembles erfahren.

Diese reicht von den Zeiten der Landesherrschaft der Grafen in Dillenburg zur Zeit der Errichtung der Alten Kapelle bis in die Gründerzeit, in der Sinn als aufstrebender Industriestandort aufgrund der Spendierfreudigkeit der Industriellenfamilien die große evangelische Kirche errichten konnte.

Prominenter Beitrag zum Sinner Geschichtsbewusstsein
Auf Initiative von Hans – Ulrich Flick konnte Sinn an diesem Tage das Tagebuch des ersten Sinner Pfarres Ludwig Encke ( 1907 bis 1938 in Sinn) in Empfang nehmen, welches ein bedeutendes Dokument für die bewegensten Zeiten der jüngeren Ortsgeschichte darstellt.

In einer Feierstunde in der Alten Kapelle nahm Bürgermeister Hans-Werner Bender das wertvolle Dokument aus den Händen von Herrn Dr. Roth entgegen. Herr Dr. Roth hatte das Tagebuch von Dr. Fritz Encke aus Greifenstein, dem Neffen des Sinner Pfarres erhalten, welcher Direktor des Frankfurter Palmengartens war. Für uns Sinner ist eine solche Aktion sehr bedeutend, da wir als „Schmelztiegel“ vieler zugewanderter Familien unser Kultur- und Geschichtsbewusstsein bewahren und weitergeben müssen.








Polizeigrün – Spritzenanhänger der Sinner Feuerwehr vor dem Alten Spritzenhaus
Der Förderverein der Feuerwehr Sinn präsentierte zum Alten Spritzenhaus seine Motorspritze aus dem Jahre 1937 in „Feuerpolizei – grün“, wie es in den Kriegsjahren für die Brandschutzeinheiten Pflicht war.

Das Gerät hat eine Leistung von 1200 liter / min bei 8 bar Druck und ist mit Saug – und Druckrohren ausgestattet. Es war bei den Bombenangriffen auf Sinn im Einsatz und wurde in den ersten Nachkriegsjahren vom ersten Motorfahrzeug der Feuerwehr gezogen, bis das erste Tanklöschfahrzeug, ein ehemaliges Flugfeldlöschfahrzeug, beschafft wurde.

Das Alte Spritzenhaus selbst präsentierte sich am Tag des offenen Denkmals als Empfangsstübchen für Hochzeitsgäste. In dieser Funktion dient es seit etwa 3 Jahren, seit die Alte Kapelle nebenan zum Standesamt wurde. Doris Gietzelt und ihrem Mann Dieter ist es zu verdanken, daß das Spritzenhaus nicht wie 2012 abgerissen wurde, sondern heut renoviert im Ensemble der „Sinner Mitte“ in neuem Glanz erstrahlt.

Klassenzimmer, Werkstatt, Wanderheim – wenn ein Raum erzählen könnte
In der Alten Schule wurden die Gäste nach dem Rundgang im Raum des Wandervereins bewirtet und hatten Gelegenheit, in einer Ausstellung die Geschichte der Sinner Mitte zu erforschen. Der Raum des Wandervereins war bis 1957 Klassenzimmer, später wurde er zum Jugendzentrum. In dieser Zeit befand sich darin eine Werkstatt. Vor 38 Jahren begannen Harald Stahl und seine Vereinskollegen damit, den Raum zu renovieren und liebevoll einzurichten. Mit Geschichten aus seiner Schulzeit im Hause und den seitdem stattgefundenen Um – und Zwischennutzungen ließ Harald Stahl die Gäste diese Begebenheiten nacherleben.

Sinnema“ – Kino unterm Dach
Der Filmclub Athenia öffnete sein „Sinnema“ ganz oben unter dem Dach der Alten Schule. Die Gäste hatten Gelegenheit, in echten Kinosesseln die alten Filme des Filmclubs in VHS – Videoformat zu betrachten, nette Gespräche zu führen und den Ausblick von ganz oben zu genießen. Der Filmclub ist seit einiger Zeit im Dachgeschoss ansässig und hat dieses zu einem Treffpunkt ausgebaut. Auch der Filmclub setzt sich dafür ein, im Haus der Vereine eines der leerstehenden Klassenzimmer gemeinsam zu einem Seminar – und Kulturraum für alle Sinner auszubauen. Die Vereine wünschen sich, daß Heizung, Sanitäranlagen, Türen und Fenster, sowie Dach und Fassade des Hauses saniert werden, um nach dem Verkauf des Bürgerzentrums dieses Haus für die Öffentlichkeit zu erhalten.

Die „Sinner Mitte“ am Tag der Regionen
Zum Tag der Regionen, der am 09. Oktober in Sinn stattfindet, werden in diesem Jahr zum ersten Mal über 100 Aussteller erwartet. Wir Sinner wollen an diesem Tag unsere „Mitte“ präsentieren, die am Brunnenplatz beginnt, über Kirche und Alte Schule bis auf das Veranstaltungsgelände an der Friedenschule reicht. Neben der Oldtimershow am Brunnenplatz gibt es eine Ausstellung in der Alten Schule und den Eröffnungsgottesdienst in der evangelischen Kirche. Zwischen Kirche und Schule, unseren imposant wirkenden Wahrzeichen auf dem Kirch- und Schulberg, werden die Sinner Flaggen zur Begrüßung der Besucher gehisst. Darum dankt die Projektgruppe des Förderkreises allen Freunden der „kulturellen Mitte Sinn“, die am Tag des Denkmals ihr Interesse und ihre Mitarbeit an der Präsentation dieser Baudenkmäler gezeigt haben.

Text: Thomas Klute, Förderkreis Sinn eV., Schriftführer.
Bilder: Mittrücker

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