Rück- und Ausblicke

Neuer Standort für die Ehrentafel der im Ersten Weltkrieg gefallenen Mitarbeiter von Haas & Sohn


ehemaliges Herrenhaus von Haas & Sohn mit der Ehrentafel (Foto: Hans-Ulrich Flick)

Die ehemalige Firma Haas & Sohn, Sinn, hatte zum Gedenken an ihre im Ersten Weltkrieg gefallenen Mitarbeiter an dem im vergangenen Jahr abgebrochenen Herrenhaus auf dem Werksgelände, eine Ehrentafel angebracht. Vor dem Abbruch des Gebäudes war diese Ehrentafel durch den gemeindlichen Bauhof gesichert worden.

Diese Tafel wurde dieser Tage durch den Förderkreis Sinn e.V., Fachgruppe Kultur, Heimat-, Geschichts- und Denkmalpflege, an der Außenwand des ehemaligen Spritzenhauses angebracht. Auch hierbei hat der gemeindliche Bauhof wieder wertvolle Unterstützung geleistet. Wir dürfen der Gemeinde Sinn, aber auch den Mitarbeitern des Bauhofs, für ihre Hilfe ganz herzlich danken.


Mitarbeiter des Bauhofes und des Förderkreises bei der Montage der Ehrentafel (Foto: Hans-Ulrich Flick)

Diese alte Ehrentafel befindet sich nun in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem gemeindlichen Ehrenmal, das bereits 1963 in der Fachwerkkapelle eingerichtet worden war. In der Kapelle befinden sich nicht nur die namentlich Ehrentafeln für die Gefallenen der beiden Weltkriege aus Sinn, sondern auch Tafeln mit den Namen von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern, die während ihrer Gefangenschaft in Sinn, ihr Leben gelassen haben.

Auf der Tafel vom Herrenhaus sind auch die Namen der gefallenen auswärtigen Mitarbeiter mit der Angabe des Wohnortes, aufgeführt. Hierzu gehören beispielsweise Mudersbach, Bischoffen, aber auch Burgsolms oder Niederroßbach und andere. Über ihre Bedeutung als Ehrenmal hinaus, gibt diese Tafel also auch heimatgeschichtliche Hinweise auf das Einzugsgebiet des Sinner Unternehmens hinsichtlich der Herkunft seiner Arbeitskräfte.

Am südlichen Ende des alten Friedhofes haben die Gemeinde und der Förderkreis Sinn e.V. mitten im Ort nunmehr eine zentrale Gedenkstätte für die Folgen unheilvollen Handelns geschaffen.


Das Trauzimmer mit dem Rufer, der zum Frieden in der Welt mahnt (Foto: Doris Gietzelt)

Die Nutzung der Kapelle durch die Gemeinde als Trauzimmer für standesamtliche Trauungen steht hierzu nicht im Widerspruch. Wie für die Politik gilt auch für die Ehe die Mahnung des in der Kapelle schwebenden Rufers: Frieden zu bewahren.

Daran seien wir täglich neu erinnert.

Verfasser: Hans-Ulrich Flick

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