Rück- und Ausblicke

21.02.2009 Naturschutzmaßnahme „Manuelle Entbuschung“ der ehem. Weidelandschaft Hardt

Fachgruppe Umwelt und Naturschutz
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Vogelschutzverein Sinn e.V.

Pflegeziel: Erhalt von Magerrasen, Heidecharakter als Standort für Kräuter, Insekten, Reptilien, Vögel und landschaftsprägenden Solitärgehölzen (Kiefer, Wacholder, Eiche, Robinie, Weißdorn, Heckenrose)

Die Sinner „Hardt“ ist als letzter verbliebener offener Grünstreifen zwischen der Wohnbebauung und dem Staatswald, ein Kleinod der Artenvielfalt und prägt das heimische Landschaftsbild.

Die Fachgruppe „Umwelt und Naturschutz“ des Förderkreises Sinn e.V. unter Leitung von Forstwirtschaftsmeister Thomas Klute hat die Initiative ergriffen, auf der „Hardt“ Zug um Zug kleinflächige Pflegeeingriffe durchzuführen, die die Artenvielfalt und das Landschaftsbild erhalten sollen. Mit Unterstützung des Vogelschutzvereins Sinn e.V. und dessen Jugendgruppe, den „Waldameisen“ unter Leitung von Vera Robeneck ging es am Samstag, den 21.02 zur Tat.

In den letzten Jahrzehnten wurde die Verbuschung der Hardt durch den Einsatz eines Mulchgerätes zurückgedrängt und man findet heute eine Magerrasenfläche mit freistehenden Kiefern vor. Darüber hinaus finden sich noch ungemulchte Frei- und Randflächen mit Heidekraut und Kleinsträuchern, die von den tatkräftigen Helfern von Schwarzdorn freigestellt wurden. Starkäste und Stammteile wurden als Totholz und Aufwärmplätze für Reptilien verteilt.

Am Spazierweg befinden sich Reste einer ehemaligen Robinienalle. Die – nicht heimische - Robinie wurde im vorletzten Jahrhundert gepflanzt, um mit ihrer Blütentracht Bienenhonig zu gewinnen. Dieser wurde vielerorts in der Schulspeisung den Kindern gegeben, die zum Teil an Mangelernährung litten. Da Robinien sich auch über das Wurzelwerk verbreiten, wurde eine Fläche von Wurzelsprösslingen befreit – nicht ohne die langen Stacheln dieser Baumart deutlich zu bemerken.

Vereinzelt haben sich Wacholder und Eiben angesiedelt. Der lichtbedürftige Wacholder wurde freigestellt, da er eine typische Gehölzart auf ehemaligen Weideflächen ist.

Die typischen krummen, alten Kiefern der Hardt werden vom Waldaufwuchs bedrängt. Darum wurden einzelne Jungbäume entfernt, um diesen alten Gesellen noch einmal etwas Licht zu verschaffen.

Die Gemeinde Sinn und die zuständige Forstverwaltung begrüßen dieses ehrenamtliche Engagement, da es sonst aus Kostengründen nicht möglich ist, kleinflächig Maßnahmen durchzuführen. Die aktiven Helfer werden sich im Sommer davon überzeugen können, welchen Erfolg ihre Arbeit hatte und ob die Heide vereinzelt wieder blühen wird.







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