Rück- und Ausblicke

Suche nach den Ahnen

-Amerikaner in Sinn-

Schon immer hat Hunger, Not und Elend Menschen veranlaßt ihre angestammte Heimat zu verlassen und in anderen Ländern oder in Übersee ihr neues Glück und ein besseres Leben zu finden.

Im 16. und 17. Jahrhundert sind viele Europäer, Deutsche und auch Sinner u.a. nach Amerika ausgewandert und immer wieder kommt es vor, daß deren Nachfahren nach ihren Wurzel der Vergangenheit suchen.

So war es auch wieder kürzlich in Sinn als ein amerikanisches Ehepaar bei der Gemeinde vorsprach um Licht ins Dunkel der Vergangenheit der Familiengeschichte zu bringen. Die Vorfahren waren 1753 von Sinn aus nach Amerika ausgewandert. Das Ehepaar befand sich auf Europareise, von Amsterdam mit dem Schiff über Köln, Mainz, den Main-Donaukanal bis nach Wien. Einen Tagesaufenthalt in der Domstadt Köln nutzten die Amerikaner zu einer Stippvisite nach Sinn um näheres über ihre Ahnen zu erfahren.

Nach einem kurzen Telefongespräch zwischen der Gemeinde und Erhard Metz, Mitglied der Förderkreis-Gruppe „Kultur-, Heimat-, Geschichts- und Denkmalpflege“ stand fest: den Leuten kann geholfen werden.

Sinn hat erst im Jahr 1907 eine eigene Kirchengemeinde und etwas später den ersten hauptamtlichen Bürgermeister erhalten. Alle Unterlagen hat Karl Metz in jahrelanger Arbeit aus den Herborner Kirchenbüchern abgeschrieben. Diese Unterlagen hat Erhard Metz teilweise ergänzt und Ahnentafeln erstellt. Der Name der Amerikaner „Bornheimer“ war bekannt.

Der Ahne Johann Jost Bornheimer hatte als Papiermacher auf der Sinner Papiermühle gearbeitet, suchte den Kontakt mit Sinner Mädchen und heiratete am 25.9.1736 ein Sinner Mädchen mit Namen Anna Dorothea Frantz. Diese Familie wurde in Sinn schon bei der Geburt eines Kindes in 1644 erwähnt. Weitere Geburten aus dieser Ehe wurden gefunden, darunter auch der Stammvater des Amerikaners Conrad Bornheimer. Auch ein Joachim Bornheimer wurde gefunden, der ebenfalls als Papiermacher auf der Papiermühle arbeitete. Dieser heiratete das Sinner Mädchen Anna Margarete, Tochter des Schullehrers Johannes Leonhard, von 1690 bis 1720 in Sinn.

Bei weiteren Nachforschungen stellte Erhard Metz fest, daß die Eltern der beiden aus Schönbach stammten. Das Schönbacher Archiv belegt den Tod eines Bruder und die Todestage der Eltern im Jahr 1740 und 1756. Die Eltern waren nicht in Schönbach geboren und hatten auch dort nicht geheiratet. Somit waren sie Fremde, die vielleicht Arbeit gefunden hatten. Wie die Unterlagen in Schönbach und dem Kirchenamt in Herborn ergeben ist es auch kein einheimische Name. Somit hat sich, vorerst, die Spur der Vorfahren verloren.


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